Kapuzenerlebnisse als Kind

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Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Gast » Di 30. Mai 2017, 21:04

Einen ähnlichen Beitrag gibt es im allgemeinem Forum ,aber ich wollte mal wissen welches eure Erlebnisse als Kind waren.Ich mache mal den Anfang:

Als ich so 12 war kam oft eine Babysitterin ,damals hatte ich schon eine Vorliebe für Kapuzen ,es war Herbst und Nachmittag ,wir machten einen Spaziergang und ich habe mich extra warm angezogen ,zum einen weil es die Babysitterin so wollte und zum anderen weil ich mir Hoffnung auf eine Gelegenheit zum Kapuze aufsetzen machte .Ich hatte also 2 dickere Pullover angezogen, dazu meinen Anorak eine Regenhose und eine Regenjacke .Wir sind losgegangen und nach kurzer Zeit hat es angefangen zu regnen.Die Babysitterin hat mir dann beide Kapuzen aufgezogen und sogar fest zugezogen.So bin ich den Rest des Spaziergangs geblieben.Beim nächsten Mal sind wir wieder Spazieren gegangen und ich zog mich sogar noch etwas wärmer an weil es kälter geworden ist.Ich hatte zwei dicke Rollkragenpullover übereinander dazu eine dicke Strumpfhose, Hose und gefütterte Regenhose , zusätzlich dann noch eine Strickjacke mit Kapuze ,dicker Steppanorak und gut gefütterte Regenjacke .Ich hab ohne zu zögern alles angezogen und gleich alleine alle Kapuzen aufgesetzt.Die Babysitterin hat mich danach glaube es sogar gelobt.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Sa 3. Jun 2017, 16:19

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich sehr froh bin - nachdem ich vor Jahren hier ein wenig gestöbert hatte - dieses Forum wieder zu entdecken. Es ist schön, dass es doch soviel gleichgesinnte gibt. Eigentlich ist das ganz logisch, denn wenn ich an meine Kindheit (70er und 80er Jahre) zurückblicke, so hatte die Kapuze ein Konfliktpotential für ganz viele Kinder. Anfangs dachte ich, dass ich damit allein bin, später beobachtet ich dann andere Kinder wie sie bzw ihre Eltern mit der Kapuze umgingen. Es war unübersehbar, dass es für die meisten ein Gefühlschaos war, mit dem jedes Kind so auf eigene Weise umging. Das wurde mir natürlich erst später bewusst. Jedenfalls sind mir in den letzten Jahren immer mehr Erlebnisse und Beobachtungen aus der Kindheit mit der Kapuze wieder eingefallen. Für mich war das oft sehr intensiv und ich will davon ein bisschen erzählen:
Meine ersten Erinnerungen gehen so auf das Alter von 4 Jahren zurück. Ich trug damals im November/Dezember einen Mantel, dazu Pudelmütze und Schal. Ich weiß noch das ich die Mütze nicht mochte, andererseits war ich aber dankbar für die Situation. Ich spielte damals oft mit meiner Cousine und die hatte nämlich einen blauen Steppanorak. Wenn sie für draussen angezogen wurde, dann zog sie sich den Anorak an und setze sich die Kapuze auf. Dann ging sie zu ihrer Mutter, meiner Tante. Die fedelte den Reissverschluss ein und zog ihn ganz zu bis zum Kinn. Dann zog sie die Kapuze an beiden Seiten nach vorne, zog die Bänder stramm und bindete eine Schleife. Bei dieser Prozedur sah meine Cousine, die etwa ein Jahr älter als ich ist ganz zufrieden aus, jedenfalls liess sie es zumindest ohne zu murren wie selbstverständlich über sich ergehen. Bei mir löste die Vorstellung, dass es mir so geschehen würde schon heftige Panik aus und ich war froh keine Kapuze am Mantel zu haben und konnte mit der Mütze besser leben. Gesprochen habe ich mit meiner Cousine nie darüber, es war halt so.
Ja und dann kam Weihnachten. Aus dem Karton den meine Oma mitbrachte kam ein Anorak hervor, mit Kapuze, was mir gar nicht behagte. Ich musste ihn gleich anprobieren. Die Kapuze wurde mir dabei aber nicht aufgesetzt. Darüber war ich sehr erleichtert. Aber irgendwie auch nur halb, denn was dann folgte ahnte ich natürlich irgendwie. Am 1. Weihnachtstag war der Weihnachtsspaziergang fällig, wir waren zum Kaffee bei meiner Tante/Cousine eingeladen. Es lag Schnee und war wohl sehr kalt. Meine Mutter zog mich für den Weg an, erst die Mütze auf den Kopf, dann hielt sie mir den Anorak hin. Ich schlüpfte in die Ärmel und mir war etwas mulmig. Dann fedelte sie den Reissverschluss ein und zog ihn bis zur Brust. Sie griff rechts und links nah der Kapuze und ich weiß noch, dass ich etwas sagte wie "ich brauch aber keine Kapuze..." eher zaghaft und leise. Meine Mutter tat so als wenn sie es nicht gehört hätte, reagierte jedenalls nicht darauf, statt dessen zog sie mir die Kapuze über die Pudelmütze und zog den Reissverschluss ganz bis zum Kinn zu. Ich war emotional irgendwie völlig erregt und während sie den Schal holte zog ich mir die Kapuze wieder vom Kopf. Irgendwie hoffte ich, dass sie meine Worte nur nicht gehört hatte. Aber das war natürlich nicht so und so schimpfte sie, dass sie wohl nicht richtig gesehen hat. Also Reissverschluss wieder etwas öffnen. Kapuze über die Mütze, Reissverschluss wieder hoch. Die Kapuze sass schon ziemlich eng und dann wurde mir der Schal um den Hals gewickelt. Während sie das tat, schimpfte sie weiter, so in der Art, dass es sehr kalt ist und die Kapuze auf jeden Fall oben zu bleiben hat....ich war da wie gelähmt, aber in mir stürzte ein Gefühlschaos los. Dann ging es los und da auch Schamgefühl dabei war hoffte ich, dass wir unterwegs niemanden treffen.
Als wir dann bei meiner Cousine waren, war zunächst Kaffe und Kuchen angesagt. Danach sollte wir draussen spielen. Meine Tante/Onkel hatten ein großes Grundstück, so dass wir alleine raus durften. Ich wollte eigentlich nicht, aber es gab keinen Widerspruch:"Ihr geht an die frische Luft". Meine Cousine bekam Anorak, diesmal auch Mütze, darüber Kapuze angezogen. Dann wurde ihr die Kapuze zugebunden und auch sie bekam einen Schal umgewickelt. Bei mir musste auf das Zubinden der Kapuze verzichtet werden, denn es fehlte ein Kapuzenband. Und da wir alleine draussen waren zog ich mir irgendwann die Kapuze vom Kopf. Als wir wieder reinkamen wurde ich nur gefragt, was ich mir dabei gedacht habe und ich stammelte etwas, muss wohl runtergeweht sein, hab ich gar nicht gemerkt. Da Weihnachten war und auch andere Leute dabei blieb es bei einer strengen Zurechtweisung.
Aber ich ahnte ja noch nichts von den Konsequenzen. Auch am 2. Weihnachtstag war ein Spaziergang angesagt. Anorak an, Mütze auf und dann Reissverschluss bis zu Brust, Kapuze über die Mütze - bis hierher war mir nicht aufgefallen was ich gleich zu spüren bekam und ich protestierte nicht gegen die Kapuze - und Reissverschluss bis oben zum Kinn. Ich dachte noch fertig und das das ja doch irgendwie so auszuhalten geht, aber da spürte ich auf einmal die Kapuze an den Wangen und der Pudel drückte auf den Kopf. Meine Mutter hatte doch glatte ein Band in den dafür vorgesehen Tunnel der Kapuze eingezogen und zog die Bänder stramm. "Bitte nicht, nicht das..." entfuhr es mir noch flehend, aber das nützte nichts. Die Schleife saß bereits fest auf dem Kinn. Ich wagte einen zweiten Versuch:" Bitte, mach wieder auf, ich behalt die Kapuze auch ganz bestimmt auf!" Aber sie entgegnete nur:"Das haben wir ja gestern gesehen, runtergeweht und nicht gemerkt! Wehe du ziehst die Scheife auf!" Ich war völlig erstarrt und den Schal bemerkte ich kaum noch, den sie dann um meinen Hals wickelte. So ging es dann los und meine Weihnachtslaune völlig am Boden. Ich schämte mich und wollte so nicht gesehen werden, aber als wir dann andere Familien trafen, wo die Kinder ähnlich gekleidet waren, da ging es mir etwas besser!
Ja, das war das erste bewusst erlebte Kapuzenerlebnis als Kind und es sollten noch viele folgen. Die heftigsten Reaktionen spürte ich immer beim zubinden und auch mich so zeigen zu müssen....und um das Zubinden kam ich nun nur noch selten herum.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mo 5. Jun 2017, 17:08

Ich habe ja schon einiges zu meinen Kapuzen in der Kindheit geschrieben, aber das mit den Gefühlen ist schon eine interessante Sache. Bei mir war das zum Beispiel wechselhaft und unlogisch. In der Zeit, in der die Pudelmütze Standard war und mir meine Mutter dann zusätzlich noch die Anorakkapuze drüberzog und den Schal umlegte, war das für mich überhaupt kein Problem. Wenn es aber dann von der Schule wieder nach Hause ging, habe ich die Kapuze nie über die Mütze gezogen - außer bei Regen. Als ich einmal bei einem Ausflug von der Mutter eines Spielkameraden aufgefordert wurde, meine Kapuze aufzusetzen, hatte ich an sich kein Problem damit, aber ich wollte nicht, dass meine Mutter mich so sieht. So auch als ich einmal mit dem Rad unterwegs war. Es war zwar nicht sehr kalt, aber ich setzte - weil ich es so wollte - unterwegs meine Kapuze auf und band sie zu. Als ich sie dann wieder absetzen wollte, bekam ich den Knoten nicht auf. So hätte ich nicht gern nach Hause kommen wollen und ich war total erleichtert, als ich den Knoten endlich lösen konnte. Als mir meine Mutter einmal bei einer Wanderung mit einer befreundeten Familie die Kapuze über die Mütze zog und ein etwa gleichaltriges Mädchen nur ein Kopftuch auf hatte, hatte ich nicht das geringste Problem damit. Kam ich jedoch von der Schule nach Hause und hatte die Kapuze meines Anoraks und Regencapes auf, setzte ich diese aber immer schon an der Haustür ab und kam nie damit in die Wohnung. Das war schon alles eigenartig.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Ich1234567 » Di 6. Jun 2017, 19:33

So ähnlich war es bei mir ,als ich kleiner war waren mir Kapuzen peinlich ,auch vor der eigenen Familie.Also wartete ich immer auf die Aufforderung zum Kapuze aufsetzen.Sonst war es mir komischerweise zu peinlich.Mit der Zeit hat/wurde mir das aber abgewöhnt und ich zog auch ohne Aufforderung die Kapuze, oder sogar mehrere wenn es regnete , auf
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mi 7. Jun 2017, 13:40

Zu den Gefühlen fiel mir noch etwas ein: Es war schon sehr lange her; ich war evtl. 7 oder 8 Jahre alt. Wir waren auf einem Zeltplatz und bekamen Besuch. Die anderen waren am See und ich im Zelt. Da kam vom Besuch die Tochter im jugendlichen Alter, um sich den Anorak meiner Mutter auszuleihen. Sie bemerkte die versteckte Kapuze und sagte: "Die setz ich auf!" - Und dann - steckte sie sie wieder rein und meinte: "Aber nicht sagen, dass ich sie gefunden habe."
Ein anderes Mal war ich mit einer Bekannten unterwegs und da es kühl war, wollte sie ihrer kleinen Tochter (ca. 8 Jahre) die Kapuze ihres Mantels aufsetzen. Diese wollte aber absolut nicht. Die Mutter meinte: "Du wolltest doch unbedingt einen Mantel mit Kapuze." Nach langem Reden von uns beiden ließ sie sich dann schließlich doch von ihrer Mutter die Kapuze aufsetzen und zubinden.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Mi 7. Jun 2017, 15:14

Was die Gefühle betrifft, so veränderten die sich im Laufe der Zeit ganz erheblich bei mir. Vieles war wohl auch unlogisch, vor allem aber kämpten da die unterschiedlichsten Emotionen. Heute liebe ich es ja wennn es kalt ist mir die Kapuze aufzusetzen, je nach Wetter eine Mütze drunter oder auch nicht, und die Kapuze dann fest zubinden damit kein kalter Wind in die Kapuze wehen kann und sie gut sitzt. Deshalb achte ich beim Kauf immer sehr auf den Sitz der Kapuze. Auch kann ich mich gar nicht satt sehen wenn die Gesichter von Frauen von einer schönen Kapuze umrahmt werden, was ja inzwischen oft zu sehen ist. Wenn diese dann noch zugebunden wird, dann bin ich förmlich hin und weg. Allerdings sieht man das eher selten, das jemand seine Kapuze zugebunden trägt.
Aber damals waren meine Gefühle andere. Als ich damals den Anorak zu Weihnachten bekam, da löste schon die Vorstellung die Kapuze tragen zu müssen und dann noch zugebunden zu bekommen richtig Angst und Panik aus. Beengt und eingesperrt fühlte ich mich und vor allem so machtlos. Ich weiß noch, dass ich nach den Weihnachterfahrungen richtig Angst davor hatte, dass ich draussen spielen "durfte". Ich weiß noch, dass ich zunächst heftigsten Widerstand leistete. Mir die Kapuze möglichst immer wieder runterzog und den Kopf hin und her drehte. Die Drohung dann darfst du nicht raus ging ziemlich ins Leere, weil ich sofort damit einverstanden war. Dann hieß es aber sofort, dass Kinder an der frischen Luft zu spielen haben, basta! irgendwie schaffte meine Mutter es dann auch immer wieder mir die Kapuze aufzusetzen und fest zuzubinden. So genau kann ich mich zwar nicht erinnern, wie mein Widerstand gebrochen wurde, aber eigentlich sind mir drei Dinge in Erinnerung geblieben. Zum einen merkte ich, dass es gar nicht so schlimm war mit Kapuze und Mütze. Das lag auch daran, dass der Winter ziemlich kalt war, aber auch dass eigentlich alle Spielkameraden Mütze mit Kapuze trugen, manche zugebunden und manche nicht. Es wurde normal und fühlte sich auch gar nicht so eingesperrt und beengt an wie ich fürchtete.....Dann erinnere ich mich daran, dass wir einmal mit meiner Tanta und Cousine einkaufen waren. Als wir den EDEKA-Laden betraten nahm meine Tante meiner Cousine die Kapuze ab. Sofort bat ich meine Mutter auch darum. Die sagte aber nur, dass ich die Kapuze aufbehalte weil ich immer so ein Theater mache beim aufsetzen und da hat sie nachher keine Lust zu. Da kann ich die Kapuze auch mal 10 Minuten drinnen tragen, basta! Ja und dann war wieder einmal Sonntagsspaziergang und mein Vater dabei. Ich zeterte etwas gegen die Kapuze und zappelte auch hin und her, um sie nicht tragen zu müssen. Da sagte mein Vater, dass er nun aber genug hat, ein für allemal! So bekam ich ein paar Hiebe auf den Allerwertesten und ich erinnere mich, dass es mich total schockiert hat. Jedenfalls war damit mein Widerstand gebrochen. Künftig stellte ich mich dann bereitwillig vor meiner Mutter hin, die mir dann die Kapuze aufsetzte und fest zuband. Weder leistete ich mir eine Widerrede noch zappelte ich rum. Meine Mutter lobte mich dann und sagte "ist doch gar nicht so schlimm." Gefühlsmäßig war es allerdings widersprüchlich. Zum einen mochte ich es plötzlich gerne so verpackt zu werden. Auch trug ich die Kapuze eigentlich plötzlich gerne, besonders wenn sie fest zugebunden war und sich mit den Bewegungen des Kopfes mitdrehte. Andererseits konnte ich das zu meinen Eltern nie zugeben. Auch war die Prozedur des Kapuze aufsetzen und zubindens zum einen ein Genuss, zum anderen fühlte ich mich aber auch wie gelähmt. Draussen war es mir dann nur unangehm wenn andere Kinder mal größtenteils nicht so verpackt waren. Später änderte sich das noch weiter und es gab ja immer wieder neue Erlebnisse.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Do 8. Jun 2017, 23:22

Wenn man erstmal anfängt, dann fällt einem immer mehr ein. Als ich zur Schule kam, da fing ich an die Kapuze heimlich zu lieben. Die Kapuze an sich zu tragen löste wunderbare Gefühle aus. Allerdings konnte ich das meiner Mutter gegenüber nie zugeben. Was aber auch wichtig war dafür, dass fast alle Kinder in der Schule Anorak mit Kapuze hatten und die Kapuze auch trugen. Ich erinnere mich, dass ich ein Mädchen beobachtete, das immer mit dem Fahrrad kam. Ich sah sie nie mit Mütze. Statt dessen setzte sie so ab Herbst immer bevor sie losfuhr die Kapuze von ihrem roten Anorak auf, dann zog sie die Bänder richtig schön stramm, so dass sich die Kapuze fest wie eine zweite Haut an ihrem Kopf anschmiegte. Auch Stirn und zumindest teilweise das Kinn waren durch die Kapuze abgedeckt, genauso ein Großteil der Wangen. Dann schaffte sie es immer etwas mühselig eine Schleife zu binden. Sie tat es wie selbstverständlich und strahlte sogar dabei, vielleicht aber auch weil die Schule zuende war, trotzdem war es für mich faszinierend, dass es Kinder gab, bei denen es nicht irgendwie zumindest etwas Widerstandsgefühle auslöste. Das habe ich tatsächlich insgesamt sehr selten gesehen. Ich musste als ich anfing das zu beobachten lediglich Mütze tragen, die Kapuze wurde erst so im Dezember über die Mütze gezogen. Nun war es aber inzwischen auch so, dass ich die Pudelmütze immer weniger tragen mochte, vielleicht war sie auch einfach nur zu eng geworden. An einem der nächsten Sonntagsspaziergänge (wurden jeden Sonntagnachmittag gemacht in meiner Familie) fragte ich dann doch tatsächlich, ob ich statt Mütze die Kapuze aufsetzen darf. "Natürlich" sagte meine Mutter aber wohl in Erinnerung an Vorschulzeiten fügte sie gleich an, dass sie aber zugezogen werden muss, damit der Wind nicht an die Ohren kommt. "Na gut" sagte ich etwas widerwillig und stellte mich bereitwillig vor ihr hin. Sie zog mir die Kapuze über den Kopf, dann schloss sie den Reißverschluss bis ganz oben, zog die Kapuze rechts und links noch ein wenig zurecht um dann die Bänder stramm zu ziehen. Ich spürte wie sich die Kapuze richtig kuschelig um Kopf, Ohren, Stirn und Wangen legte und es fühlte sich richtig gut an. Besonders intensiv fühlte sich die Kapuzenschnur an, die ich als Abschluss der Kapuze im Gesicht spürte. Ich genoss es richtig, aber wollte es mir auf keinen Fall anmerken lassen, tat eher so als wenn ich es in kauf nahm weil es mir lieber als die Mütze war. Meine Mutter war wohl angenehm überrascht wie bereitwillig ich war und problemlos es für sie war. Wohl deshalb sagte sie nach dem stramm ziehen der Bänder:"fein, jetzt noch die Schleife und dann hast du es geschafft,fertig". Ich konnte den Spaziergang dann fast nur genießen, was auch daran lag, dass die Kapuze sehr eng zugebunden war und jede Bewegung vom Kopf mitmachte, so dass ich weder Sicht- noch Bewegungseinschränkungen empfand. Das einzige wo ich emotional litt, war der Moment wo Bekannte entgegen kamen, deren Kinder alle Mütze trugen und keine Kapuze. Aber als wir stehen blieben und meine Eltern "klönten" war das Gefühl auch schnell vorbei! Nach diesem Sonntag fragte meine Mutter immer vorher Mütze oder Kapuze, jedenfalls bis zum Winter, dann war wieder beides Pflicht. Ich entschied mich mal so mal so.
Ja und dann begann ich heimlich wenn ich allein zuhause war, mir den Anorak anzuziehen, Kapuze auf und dann fest zubinden. Einmal hatte ich Stress, als beim aufziehen der Schleife ein Knoten entstand. Meine Mutter konnte jeden Moment nach Hause kommen und ich hatte Panik und große Mühe den Knoten zu lösen, wollte auf keinen Fall so erwischt werden. Schliesslich gelang es mir gerade noch rechtzeitig.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Ich1234567 » So 11. Jun 2017, 16:45

Mit so 10 Jahren fuhr ich jährlich auf eine 8-Tage lange Orchesterfreizeit ,auf dieser besaß jeder unter 13-jährige einen 14 - 19-jährigen Paten der sich kümmerte .Wir fuhren immer immer im Herbst und in diesem Jahr war es schon kälter als sonst .Wir machten immer eine Nachtwanderung ,eine für die Paten (14+) und eine für die kleinen ,ich war mit meinen 10 Jahren natürlich bei der für die Kleinen .Da es ,wie gesagt, kalt war ,zog ich mir bevor wir losgingen einen dicken Pullover und eine Strumpfhose an.Unten ,wo alle Jacken usw. hingen kam dann meine Patin zu mir ,sie war schon 19 und begleitete die kleine Nachtwanderung ( die große war erst danach ) ,sie blieb also bei mir stehen und ich zog mich weiter an .Als erstes zog ich mir noch eine dicke Stoffjacke mit Kapuze an ,erst darüber kam mein dick gefütterte Anorak ,ich schloss beide Reißverschlüsse nur bis zur Brust und setzte mir als Abschluss noch eine Pudelmütze auf ,neben meiner Patin ging ich dann mit den anderen Kindern los .Draussen war es nicht so kühl wie erwartet und ich machte mir schon nach einigen Minuten den Reißverschluss etwas auf , meine Patin bemerkte das und nahm es zum Anlass mich kurz zur Seite zu nehmen .,,Lass den Anorak bitte zu " ,sagte sie zu mir und teilte mir dann mit das am Himmel graue Wolken standen ,sie hätte meine Regensachen vorsorglich eingepackt und ich solle sie nun anziehen .Ich war ziemlich ungeduldig da sich die restlichen Kinder immer weiter von uns entfernten ,meine Patin merkte das und wurde deutlich ruppiger ,ich musste erstmal meine Winterjacke ausziehen um die dicke Gummihose anzuziehen ,dann schlüpfte ich wieder in den Anorak und sie zog mir den Reißverschluss der Unterjacke und des Anoraks bis zum Kinn ,dann hielt sie mir noch meine Regenjacke hin , ebenfalls gefüttert und nach erfolgreichem Anziehen schloss sie den Verschluss und zusätzlich die Druckknöpfe ,aber damit nicht genug ,sie setzte mir auch die Kapuzen der Stoff- und Winterjacke auf ,beide schnürte sie fest zu und machte in die zweite einen festen Knoten ,die Gruppe konnten wir nicht mehr sehen aber wir machten trotzdem eine kleine ,, Wanderung" . Irgendwann setzte sie mir dann auch noch die Kapuze der Regenjacke auf und zog sie stramm .So verpackt ,mit einer Mütze und drei Kapuzen blieb ich dann.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » So 11. Jun 2017, 22:24

Viel problematischer war als Kind jedoch meine Beziehung zu Regenkleidung. Als ich ganz klein war musste ich bei Regen ein kariertes Regencape, das ich von meiner Cousine geerbt hatte tragen. Wirklich daran erinnern kann ich mich kaum. Ich weiß nur noch, das es vorne mit Druckknöpfen geschlossen wurde und auch die Armverschlüsse konnten mit Druckknöpfen geschlossen werden. Natürlich besaß es eine Kapuze die zugebunden werden konnte, aber an ein konkretes Erlebnis kann ich mich nicht erinnern. Bruchstückhaft lediglich, dass ich mich darin sehr eingeengt gefühlt habe, besonders wegen der Kapuze und wenn die Armverschlüsse geschlossen waren, ich also quasi meine Hände nicht benutzen konnte. Ich musste es etwa bis zum 4. Lebensjahr tragen, danach war das Regencape eindeutig zu eng. Danach hatte ich nur den Anorak, jedenfalls bis ich in die zweite Klasse kam. Es zeigte sich nämlich, dass der Anorak nur kurz zum Beispiel auf dem Schulweg vor Regen schützte. Ausserdem waren meine Eltern der Meinung, dass ich mehr draussen spielen sollte, auch bei Regen. "Kinder gehören an die frische Luft" pflegte mein Vater zu sagen. So bekam ich dann meine erste gelbe Regenjacke. Eine sogenannte Öljacke, allerdings kein echter Friesennerz. Die Jacke hatte keine blaue Innenseite, war mit Druckknöpfen zu verschliessen und hatte eine Kapuze, die man (natürlich) zubinden konnte. Ja und das war zwiespältig für mich. Einerseits mochte ich es eingepackt zu werden. Druckknopf nach Druckknopf wurde von meiner Mutter von unten verschlossen, dann kam die Kapuze, dann der letzte Druckknopf und die Kapuze wurde zugebunden. Das eingepackt werden mochte ich irgendwie gerne, allerdings mochte ich die Regenjacke dann nicht gerne anhaben. Das Material schränkte die Beweglichkeit ein, auch am Kopf und auch die Kapuze saß nicht gut. Ausserdem musste ich die Regenjacke auch im Sommer bei Regenwetter tragen, natürlich mit zugebundener Kapuze und da wurde mir auch oft zu warm. Das schlimmste war aber wenn es kälter war, so ab Spätherbst und regnete, dann wurde mir die Regenjacke über den Anorak angezogen, natürlich beide Kapuzen aufgesetzt und zugebunden. Das habe ich wirklich gehasst, besonders wenn ich so zur Schule gehen musste. Aber gewehrt habe ich mich nicht, nur ein bisschen gebeten, dass es gar nicht so doll regnet und die Öljacke überflüssig ist. Das nützte aber meistens nicht und ich habe mir nicht getraut an den Bändern zu spielen oder die gar zu lösen. Und ich hatte strenge Anweisung mich auch für den Rückweg "ordentlich anzuziehen." Daran habe ich mich auch gehalten. Ich erinnere noch, dass das Zubinden der Regenjacke für mich damals sehr mühsam war. Wenn ich die Bänder stramm zog, und ich eine Schleife binden wollte - was ich damals noch nicht gut konnte - dann gaben die Bänder bzw das Material immer nach, so dass ich die Schleife nicht mehr binden konnte. Oft musste ich drei- oder viermal ansetzen bis es gelang, das war mir irgendwie auch peinlich. Aber auf dem Rückweg darauf zu verzichten habe ich mir irgendwie nicht getraut. Meine Mutter bestand auch darauf, dass ich die Kapuzen erst öffnete wenn ich drinnen war, angeblich zu meinem Schutz und meinem Besten. Ich glaube aber, dass sie damit nur kontrollieren wollte, ob ich mich an ihre Anweisungen hielt. Als ich so 10 war wurde die Jacke zu eng und ich bekam meinen Friesennerz.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » So 11. Jun 2017, 23:38

Ich1234567 hat geschrieben:Mit so 10 Jahren fuhr ich jährlich auf eine 8-Tage lange Orchesterfreizeit ,auf dieser besaß jeder unter 13-jährige einen 14 - 19-jährigen Paten der sich kümmerte .Wir fuhren immer immer im Herbst und in diesem Jahr war es schon kälter als sonst .Wir machten immer eine Nachtwanderung ,eine für die Paten (14+) und eine für die kleinen ,ich war mit meinen 10 Jahren natürlich bei der für die Kleinen .Da es ,wie gesagt, kalt war ,zog ich mir bevor wir losgingen einen dicken Pullover und eine Strumpfhose an.Unten ,wo alle Jacken usw. hingen kam dann meine Patin zu mir ,sie war schon 19 und begleitete die kleine Nachtwanderung ( die große war erst danach ) ,sie blieb also bei mir stehen und ich zog mich weiter an .Als erstes zog ich mir noch eine dicke Stoffjacke mit Kapuze an ,erst darüber kam mein dick gefütterte Anorak ,ich schloss beide Reißverschlüsse nur bis zur Brust und setzte mir als Abschluss noch eine Pudelmütze auf ,neben meiner Patin ging ich dann mit den anderen Kindern los .Draussen war es nicht so kühl wie erwartet und ich machte mir schon nach einigen Minuten den Reißverschluss etwas auf , meine Patin bemerkte das und nahm es zum Anlass mich kurz zur Seite zu nehmen .,,Lass den Anorak bitte zu " ,sagte sie zu mir und teilte mir dann mit das am Himmel graue Wolken standen ,sie hätte meine Regensachen vorsorglich eingepackt und ich solle sie nun anziehen .Ich war ziemlich ungeduldig da sich die restlichen Kinder immer weiter von uns entfernten ,meine Patin merkte das und wurde deutlich ruppiger ,ich musste erstmal meine Winterjacke ausziehen um die dicke Gummihose anzuziehen ,dann schlüpfte ich wieder in den Anorak und sie zog mir den Reißverschluss der Unterjacke und des Anoraks bis zum Kinn ,dann hielt sie mir noch meine Regenjacke hin , ebenfalls gefüttert und nach erfolgreichem Anziehen schloss sie den Verschluss und zusätzlich die Druckknöpfe ,aber damit nicht genug ,sie setzte mir auch die Kapuzen der Stoff- und Winterjacke auf ,beide schnürte sie fest zu und machte in die zweite einen festen Knoten ,die Gruppe konnten wir nicht mehr sehen aber wir machten trotzdem eine kleine ,, Wanderung" . Irgendwann setzte sie mir dann auch noch die Kapuze der Regenjacke auf und zog sie stramm .So verpackt ,mit einer Mütze und drei Kapuzen blieb ich dann.


Hallo Ich1234567,
meine Mutter hatte mich damals auch verpackt in einem Steppanorak mit Pudelmütze und Anorakkapuze drüber, zugeschnürt, gefolgt vom Regencape, ebenfalls mit Kapuze, die natürlich auch fest zugeschnürt wurde. Das ganze im Frühling, allerdings bei nasskaltem Wetter. Aber wie hattest du dich gefühlt, als es doch "nicht so kühl wie erwartet" war und dir deine Patin über deine Pudelmützen noch drei Kapuzen aufsetzte und alle nacheinander noch fest zuschnürte?
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Di 13. Jun 2017, 11:47

JeansParka hat geschrieben:Wenn man erstmal anfängt, dann fällt einem immer mehr ein. Als ich zur Schule kam, da fing ich an die Kapuze heimlich zu lieben. Die Kapuze an sich zu tragen löste wunderbare Gefühle aus. Allerdings konnte ich das meiner Mutter gegenüber nie zugeben. Was aber auch wichtig war dafür, dass fast alle Kinder in der Schule Anorak mit Kapuze hatten und die Kapuze auch trugen. Ich erinnere mich, dass ich ein Mädchen beobachtete, das immer mit dem Fahrrad kam. Ich sah sie nie mit Mütze. Statt dessen setzte sie so ab Herbst immer bevor sie losfuhr die Kapuze von ihrem roten Anorak auf, dann zog sie die Bänder richtig schön stramm, so dass sich die Kapuze fest wie eine zweite Haut an ihrem Kopf anschmiegte. Auch Stirn und zumindest teilweise das Kinn waren durch die Kapuze abgedeckt, genauso ein Großteil der Wangen. Dann schaffte sie es immer etwas mühselig eine Schleife zu binden. Sie tat es wie selbstverständlich und strahlte sogar dabei, vielleicht aber auch weil die Schule zuende war, trotzdem war es für mich faszinierend, dass es Kinder gab, bei denen es nicht irgendwie zumindest etwas Widerstandsgefühle auslöste. Das habe ich tatsächlich insgesamt sehr selten gesehen. Ich musste als ich anfing das zu beobachten lediglich Mütze tragen, die Kapuze wurde erst so im Dezember über die Mütze gezogen. Nun war es aber inzwischen auch so, dass ich die Pudelmütze immer weniger tragen mochte, vielleicht war sie auch einfach nur zu eng geworden. An einem der nächsten Sonntagsspaziergänge (wurden jeden Sonntagnachmittag gemacht in meiner Familie) fragte ich dann doch tatsächlich, ob ich statt Mütze die Kapuze aufsetzen darf. "Natürlich" sagte meine Mutter aber wohl in Erinnerung an Vorschulzeiten fügte sie gleich an, dass sie aber zugezogen werden muss, damit der Wind nicht an die Ohren kommt. "Na gut" sagte ich etwas widerwillig und stellte mich bereitwillig vor ihr hin. Sie zog mir die Kapuze über den Kopf, dann schloss sie den Reißverschluss bis ganz oben, zog die Kapuze rechts und links noch ein wenig zurecht um dann die Bänder stramm zu ziehen. Ich spürte wie sich die Kapuze richtig kuschelig um Kopf, Ohren, Stirn und Wangen legte und es fühlte sich richtig gut an. Besonders intensiv fühlte sich die Kapuzenschnur an, die ich als Abschluss der Kapuze im Gesicht spürte. Ich genoss es richtig, aber wollte es mir auf keinen Fall anmerken lassen, tat eher so als wenn ich es in kauf nahm weil es mir lieber als die Mütze war. Meine Mutter war wohl angenehm überrascht wie bereitwillig ich war und problemlos es für sie war. Wohl deshalb sagte sie nach dem stramm ziehen der Bänder:"fein, jetzt noch die Schleife und dann hast du es geschafft,fertig". Ich konnte den Spaziergang dann fast nur genießen, was auch daran lag, dass die Kapuze sehr eng zugebunden war und jede Bewegung vom Kopf mitmachte, so dass ich weder Sicht- noch Bewegungseinschränkungen empfand. Das einzige wo ich emotional litt, war der Moment wo Bekannte entgegen kamen, deren Kinder alle Mütze trugen und keine Kapuze. Aber als wir stehen blieben und meine Eltern "klönten" war das Gefühl auch schnell vorbei! Nach diesem Sonntag fragte meine Mutter immer vorher Mütze oder Kapuze, jedenfalls bis zum Winter, dann war wieder beides Pflicht. Ich entschied mich mal so mal so.
Ja und dann begann ich heimlich wenn ich allein zuhause war, mir den Anorak anzuziehen, Kapuze auf und dann fest zubinden. Einmal hatte ich Stress, als beim aufziehen der Schleife ein Knoten entstand. Meine Mutter konnte jeden Moment nach Hause kommen und ich hatte Panik und große Mühe den Knoten zu lösen, wollte auf keinen Fall so erwischt werden. Schliesslich gelang es mir gerade noch rechtzeitig.


Hallo JeansParka,
bis zu welchem Alter war es bei dir so, dass dir deine Mutter die Kapuze übergezogen hat?
Übrigens, bei mir war es ähnlich wie bei dir. Bis zur "Mützenzeit" so gegen Ende Oktober hieß es natürlich "Kapuze auf", wenn es nötig schien. Dann musste ich automatisch immer meine Pudelmütze aufsetzen, wenn ich rausging. Ich hätte allerdings auch lieber die Kapuze aufgesetzt und hatte auch lange Hemmungen, dies zuzugeben. Da meine Haare nicht in Form blieben und durch das Absetzen der Pudelmütze "immer durcheinander kämen", meinte ich, dass die Kapuze vielleicht die bessere Lösung wäre. Meine Mutter bezweifelte dies, ließ es aber zu. Natürlich musste ich - aber das "machte mir natürlich nichts aus" - die Kapuze immer gut zubinden.
Bei mir war es ähnlich, wie auch du geschrieben hast: In den ersten vier Klassen war ein Mädchen, dass, so wie ich mich erinnere ihren Anorak fast immer mit der aufgesetzten und - ich glaube - zugeschnürten Kapuze trug. Das war für sie selbstverständlich.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon JeansParka » Mi 14. Jun 2017, 23:20

"Hallo JeansParka,
bis zu welchem Alter war es bei dir so, dass dir deine Mutter die Kapuze übergezogen hat?"

Also genau kann ich mich nicht mehr erinnern, es war aber auf jeden Fall die gesamte Grundschulzeit, also bis ich 10 war immer so. Dann kam ich zur Schule in die benachbarte Kleinstadt. Ich fuhr mit dem Fahrrad zur Schule und zu beginn war es Morgens immer so, dass wenn ich denn los musste, meine Mutter mit in den Flur kam. Den Anorak oder später dann - wie in den 70er Jahren üblich - BW-Parka zog ich dann selbst an. Allerdings spätestens wenn ich den Reissverschluss hochgezogen hatte kam sie dann dazu, zog die Kapuze über und hat die dann natürlich auch gleich zugebunden. Das änderte sich wohl so langsam mit 11-12. Da war es dann mehr und mehr so, dass geklärt wurde, ob Mütze, Kapuze oder beides zu tragen war. Aber im Endeffekt hat sie das festgelegt. Eventuelle Diskussionen endeten dann mit den Worten:"Du setzt auf jeden Fall die Kapuze auf, es ist zu kalt und ganz schön windig" oder so ähnlich. Und dann gab es keine Widerrede oder Diskussion mehr, natürlich setzte ich mir die Kapuze dann auf und auf dem Fahrrad -gerade bei Wind - war sie zuzubinden. Wenn ich dann zu unbeholfen dabei war, dann griff sie nach den Bändern, sagte kurz:"na komm, ich helf dir eben" und schwuppdiwupp saß auch schon die Schleife am Kinn. Das wurde aber immer seltender, ich wollte das auch dann nicht mehr. Oft kriegte ich den Hinweis für den Rückweg auch gleich mit:"Du setzt Heute Mittag auch auf jeden Fall auch die Kapuze auf und machst sie ordentlich zu, ja!"....und ich glaube das war für uns Kinder der 70er normal. Wir hatten an der Schule einen Fahrradstand und eigentlich alle Kinder machten sich nach Schulschluss dort für die Rückfahrt fertig. Kapuze auf und zubinden. Das war normal, für den einen selbstverständlich und unbefangen und für die meisten mit zumindest etwas unbehagen verbunden. Aber sich nicht daran zu halten kam irgendwie nicht in Frage. Ich erinnere mich an ein Mädchen, das auch immer mit dem Fahrrad kam. Im Winter trug sie Parka, setzte sich dann die Kapuze auf, der Reissverschluss war schon zu, dann noch den obersten Knopf schliessen und stramm zubinden. Sie lächelte dabei durchaus gezwungen, einmal sagte sie zu mir, dass die Kapuze bei ihr ein bisschen komisch aussieht, aber das ist halt so. Sie hatte wohl gemerkt, dass ich sie beobachtete. Wenn es richtig kalt war hatte sie auch die Mütze unter der Kapuze und in der - heute würde man sagen - Zeit der Übergangsjacken trug sie Friesennerz mit der blauen Seite nach aussen, ausser bei Regen. Natürlich setzte sie auch dort ihre Kapuze auf und band sie zu. Ich beobachtete sie oft, sie sah irgendwie so aus wie ich mich auch fühlte, zum einen mochte sie es, zum anderen war es ihr unangenehm, aber mit Sicherheit war ihr das eindeutig von den Eltern aufgetragen.
Friesennerz hatte ich ja inzwischen auch, aber damit konnte ich mich als Kind nie wirlich anfreunden. Ich mochte das Material nicht und schwitzte oft sehr darunter. Wenn es regnete gab es keine Diskussion, dann war der Friesennerz zu tragen, mit Kapuze zugebunden. Und das erledigte wirklich bis ich etwa dreizehn war immer meine Mutter. Das zubinden war nämlich dort nicht so einfach, die Bänder gaben nach dem stramm ziehen schnell nach und da war ich dann nicht so geschickt drin, die Schleife so fest zu binden, dass die Kapuze eng anlag. Trotzdem erwartete sie, dass ich das für den Rückweg schaffte. Immer bei Regen hieß übrigens auch im Mai oder Juni bei dann fast 20 Grad, wasserdicht auf dem Fahrrad bei zugeschnürter Kapuze. Aber einfach abnehmen oder nicht zubinden auch auf dem Rückweg kam nicht in Frage, auf die Idee kam ich gar nicht (mehr). Der Friesennerz begleitete mich auch bei den Nordseeurlauben, die wir immer machten. Speziell bei Wattwanderungen und Schifffahrten musste ich den Friesennerz anziehen und von Fall zu Fall (Wind und Temperatur) zog mir dort tatsächlich bis ich 13 oder 14 war meine Mutter die Kapuze über und hat sie auch meist zugebunden. Was mich auch störte war, dass sich mein Friesennerz bis unterhalb des Kinns verschliessen ließ, die Kapuzenbänder aber ziemlich weit oben aus der Kapuze kamen, so dass ich die Schleife immer auf dem Kinn, knapp unter dem Mund sitzen hatte. Aber bei mir gab es in dem Alter keinen Widerstand, wenn meine Mutter mich einpackte. Viele Kinder wurden so angezogen und reagierten ganz untersciedlich. Manche lächelten völlig frei und unbefangen dabei, viele hatten "die geballte Faust in der Hosentasche" oder sahen zumindest nicht glücklich aus und ich erinnere mich an ein Mädchen, die war auch schon so 12 Jahre, wie sie sich wirklich heftig wehrte. Ihr wurden die Druckknöpfe - kein echter Friesennerz - von unten nach oben zugeknöpft, dabei hatte sie sich schon die Kapuze runtergezogen, aber das nützte nicht, sie wurde ihr wieder aufgesetzt ihr Protest wurde nicht mal gehört als der letzte Druckknopf klackte und als die Bänder stramm gezogen wurden sagte sie nur:"Bitte nicht zubinden Oma, nicht das...." oder so ähnlich, aber zack zack saß die Schleife und sie durfte das Schiff erkunden. Ich hätte sie gerne angesprochen, habe mich aber nicht getraut.
Wie selbstverständlich es für mich war den Festlegungen meiner Mutter zu folgen wird an folgendem Erlebnis deutlich. Ich musste zum Sport, mit dem Fahrrad, 7 Kilometer in die Nachbarstadt, es regnete wie aus Eimern und hörte einfach nicht auf. Ich hoffte zwar darauf, aber als ich los musste war der Regen kaum weniger geworden. Ich war bereits vierzehn und es war klar, was ich anzuziehen hatte. Also - meine Mutter stand mir dicht gegenüber - zog ich mir den ungeliebten Friesennerz an, setzte mir dann auch selbst die Kapuze auf und verschloss sie stramm mit einer Schleife. Das war mir irgendwie unangenehm, denn der Blick meiner Mutter war irgendwie so wie als wenn sie sagte, endlich siehst du ein, was gut und richtig ist. Als ich dann losfuhr ließ der Regen nach und nach etwa 2 Kilometern hörte es ganz auf. Es war Mai und eher warm, aber ich kam nicht mal auf die Idee mir die Kapuze zu öffnen und abzusetzen und das obwohl es für diesen Fall im Mai erlaubt wäre. Dann kam sogar die Sonne durch und ich schwitzte richtig doll, aber über die Kapuze dachte ich nicht einmal nach. Als ich dann so 5 bis 6 Kilometer unterwegs war kam mir auf dem Fahrrad ein Mädchen entgegen, Friesennerz trug sie auch, aber sie hatte die Kapuze abgesetzt. Sie lächelte mich beim vorbeifahren an oder belächelte mich. Erst da fiel mir ein, dass ich das auch machen könnte und öffnete die Schleife der Kapuze und zog sie vom Kopf.....vorher kam ich gar nicht auf die Idee!
Aber es war eine Zeit in der war es üblich, dass die Kinder Kapuze trugen und diese auch zugebunden wurde. Ich habe ein Video von K-Way gefunden, dass das gut widerspiegelt, wie selbstverständlich war das....nur das eben nicht alle Kinder so fröhlich darauf reagiert haben wie in dem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=yWbqFB0Nekg
JeansParka
 
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Do 15. Jun 2017, 23:50

Hallo JeansParka,
dein obiger Bericht über die Radfahrt im Regen erinnerte mich an etwas, als ich wohl 11 Jahre alt war. Mein Regencape war zu klein geworden und schon weggegeben; etwas Neues hatte ich noch nicht. Als es mal so richtig regnete und ich mit dem Fahrrad zur Schule musste, streifte mir meine Mutter das Regencape meines Vaters über - so wie damals: grau mit Gummierung und eingenähter strenger Gummi in der Kapuze. Das wäre eigentlich ganz gut gewesen, obwohl ich glaube, dass die Kapuze damals viel zu groß für mich war. Ich hatte zwar die Anorakkapuze auf, aber ich glaube, ich hätte trotz milder Temperatur noch eine Mütze drunter gebraucht, damit mir die Kapuze nicht in die Augen gerutsch wäre. Doch meine Mutter kam dann noch mit zusätzlichem Schutz aus Gummi für die Waden und Überschuhe aus Gummi. Mit all dem war ich überfordert und habe dann dummerweise alles abgelehnt, was ich heute noch bedauere. Zu Radtouren hatte ich das Regencape (ohne die Zusätze) dann immer mitgenommen, aber es blieb leider immer trocken. Später bekam ich dann eine gelbe Regenjacke (Friesennerz) mit ausknöpfbarem leicht wattiertem Steppfutter. Beim Kauf legte meine Mutter aber Wert darauf, dass ich trotz des Futters noch einen Anorak drunter tragen kann. Diese Regenjacke wurde dann eines meiner Lieblingskleidungsstücke. Ich trug sie nie ohne das Futter. Ich trug sie mit und ohne Anorak drunter. Bei Dämmerung oder Dunkelheit zog ich sie auch an, wenn es nicht regnete, da ich damals nur unauffällige Anoraks hatte und in dieser Jacke besser gesehen wurde. Und die Kapuze wurde so gut wie immer aufgesetzt und gut zugeschnürt. Später bekam ich dann noch ein normales gelbes Regencape, das ich ebenfalls gern anzog.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mo 19. Jun 2017, 14:19

Manche der obigen Berichte zeigen, dass einige Kinder die Kapuze völlig unproblematisch aufgesetzt haben und bei anderen ist zu lesen, dass die Eltern ziemlich dahinter waren, dass die Kapuze oben war. War es bei jemandem von euch in der Kindheit so, dass beim Anziehen des Anoraks das Aufsetzen (und evtl. Zubinden) der Kapuze automatisch dazu gehörte wie das Hochziehen des Reißverschlusses? Oder war es so, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt hieß: "Ab jetzt immer." Oder hat sich das einfach nach Wetter (Kälte, Wind, Regen) oder Umstände (Hallenbad, Radfahren) so ergeben?
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Gast » Mo 19. Jun 2017, 16:23

Ich zog die Kapuze auch bei milderen Temperaturen meist automatisch auf ,ab Herbst bis zum Frühling hat es einfach dazugehört .Genauso nach dem Schwimmen oder beim Regen ,wobei ich bei Regen die Kapuze schon aufzog als man lediglich die grauen Wolken sehen konnte ,auch gehörte dann ,falls ich einen trug ,die Anorak-Kapuze auf.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Mo 19. Jun 2017, 20:09

Gast hat geschrieben:Ich zog die Kapuze auch bei milderen Temperaturen meist automatisch auf ,ab Herbst bis zum Frühling hat es einfach dazugehört .Genauso nach dem Schwimmen oder beim Regen ,wobei ich bei Regen die Kapuze schon aufzog als man lediglich die grauen Wolken sehen konnte ,auch gehörte dann ,falls ich einen trug ,die Anorak-Kapuze auf.


Das war bei mir ähnlich. Bevor ich mein Regencape überwarf hatte ich meinen Anorak anzuziehen, weil das Cape nur Durchgriffe und keine Ärmel hatte. Die Kapuze war aufzusetzen, damit ich nicht "das kalte PVC" an meinen Ohren zu spüren brauche.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Besucher » Sa 15. Jul 2017, 18:18

Mir fiel noch etwas aus meiner frühen Kindheit ein, aber das waren keine Erlebnisse sondern eher Enttäuschungen. Einmal war ich unter der Aufsicht der Mutter eines Spielkameraden. Ich sollte etwas einkaufen. Offensichtlich sah ich eine Wolke am Himmel und so meinte ich, dass ich wohl besser mein Regencape mitnehme. Sie meinte, es würde bestimmt nicht regnen. Dennoch legte ich das Regencape über meinen Arm und ich war enttäuscht, dass ich es nicht überwerfen konnte.
Ein anderes Mal waren meine Eltern nicht da und Verwandte, die zu Besuch waren, wollten mit mir spazieren gehen. Unterwegs - nicht weit von zuhause - meinten sie, dass wir wohl besser umkehren, weil es bald regnen könnte. Ich meinte, ich könne schnell nach Hause laufen. "Ich habe einen Anorak und ein Regencape mit Kapuze." Aber leider bestanden sie auf das Umkehren. So sind mir zwei "Kapuzenerlebnisse" verloren gegangen. So musste ich dann bis zu einem anderen Mal warten.
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Snorkelfriend » Mi 19. Jul 2017, 18:32

Dazu kann ich auch was sagen. Aus einer Zeit, wo wohl mein Fetisch entstand.

Als ich ein Kind in den achtziger Jahren war, scherten sich meine Erziehungsberechtigten kaum um meine Meinung, was ich gerne anziehen mochte. Es wurde gekauft, was sie für praktisch erachteten. Alles sollte warm und haltbar sein. Gerade meine Oma, bei der ich oft zu Gast war, wählte oft Kleidungsstücke aus nach dem Motto: Der Junge soll warmstecken. Besser schwitzen, als frieren. Ich besaß kaum Sachen für den Sommer. Fast alles war warm.
Damals gab es unglaublich viele Sachen, die aus Nylon hergestellt wurden. Meistens mit einer einfachen Wattefüllung. Ich bekam das ganze Programm gekauft. Meistens schon im September, wenn die neuen Modelle herauskamen. Ich will das mal von den Füssen bis zum Kopf beschreiben, was ich da anziehen musste:
Moonboots (aus Nylon mit Teddyfutter)
Strumpfhose (aus kratziger Schafswolle)
Rollkragenpullover (auch aus kratziger Schafswolle)
Kombination (gefütterte Nylonhose und Nylonparka mit Kapuze)
alternativ (einen Nylonskioverall mit Kapuze)
Mütze (entweder ein Schlupfmütze oder Skimaske, ebenfalls auch kratziger Wolle)
Handschuhe (Wollhandschuhe, bei kälterer Witterung darüber Nylonfäustlinge)
Snorkelparka (in einer Größe, daß er über die anderen Sachen passt)

So wurde ich verpackt. Damals galt das Motto: Alle Monate mit R sind Wintermonate, in denen die oben genannten Kleidungsstücke zu tragen sind. Wenn ich mich beschwerte, bekam ich die Antwort, ich könnte auch nackend in die Schule gehen. Das glaubte ich damals schon nicht. Aber ich fügte mich.

Danke fürs Lesen...
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon Chris » Mo 24. Jul 2017, 18:22

Hallo Snorkelfriend,
das wäre als Kind mein Traum gewesen, im Skianzug in die Schule geschickt zu werden, aber bei meiner Mutter galt das Prinzip, dass Skisachen nur angezogen wurden, wenn es wirklich in den Schnee ging. Und der war bei uns Mangelware. Aber im September in den Skianzug gesteckt zu werden finde ich schon krass, da kann es ja auch leicht noch mal sommerlich warm werden. Wie haben denn deine Klassenkameraden reagiert, oder gab es sogar noch Leidensgenossen?
Ich habe nur ganz selten mal jemanden im Skianzug in der SChule gesehen, dann wenn ausnahmsweise doch mal Schnee lag.

Gruß
Chris
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Re: Kapuzenerlebnisse als Kind

Beitragvon WillOne » Mi 26. Jul 2017, 15:21

Soweit ich mich erinnern kann, war es für mich ein Highlight, als ich einen gelben PVC-Regenmantel bekam.

Es war ziemlich verregnet, bevor ich zur Schule ging. Ich hatte nur eine Collegejacke mit Kapuze, aber für
das Wetter war sie nicht besonders geeignet. Mit einmal holten meine Eltern einen gelben Regenmantel hervor,
den sie mir über die Collegejacke anzogen. Alle Knöpfe wurden verschlossen und mir zum Schluss beide Kapuzen
aufgesetzt. Es war zwar anfangs komisch für mich, so verpackt zu sein, aber wenig später hatte ich gefallen daran,
dass ich mich nicht mehr trennen konnte von dem Regenmantel. Ich hatte immer auf Regen gehofft, um von dem
besagten Kleidungsstück Gebrauch zu machen. ;)
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